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Das Jamboree on the Air 2011 (JOTA) war ein voller Erfolg

Am 15. und 16. Oktober 2011 fand das 54. Jamboree on the Air (JOTA) statt. Ein JOTA ist ein weltweites Treffen von Pfadfinderinnen und Pfadfindern über Amateurfunk, an dem jährlich an die 500.000 Mädchen und Burschen aus über 100 Ländern teilnehmen.
Das JOTA ist eine Veranstaltung des Pfadfinderweltverbandes WOSM, das Motto war diesmal Friede, Umwelt und Naturkatastrophen.

JOTA-2011-BadgeEinmal an einem JOTA teilzunehmen, war ein alter Wunsch von mir, gefestigt durch ein Gespräch vor ein paar Jahren mit Ernst Tomaschek, dem National JOTA/JOTI Coordinator.

Da in Niederösterreich nicht allzu viele Gruppen am JOTA teilnehmen, war mein - eher spontaner - Gedanke das JOTA nach Langenlois zu holen und Andreas Aigner, Vater von Guides und Caravelles, aber auch Amateurfunker, stellte die notwendigen Verbindungen mit Roland Spannagl und Werner Hoch vom Amateurfunkverband Krems/Langenlois (ADL 307) bzw. mit Michael vom Club Telescout her.

Die Zeit war knapp, während die Amateurfunker unser Vorhaben anmeldeten und das JOTA auf Basis der örtlichen Gegebenheiten planten und uns auch in technischer Hinsicht sehr viel bieten wollten, waren wir bemüht, möglichst viele Kinder und Jugendliche aus unserer Gruppe aber auch aus befreundeten Pfadfindergruppen zu begeistern um ihnen die Möglichkeit zu geben, mit Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus der ganzen Welt Kontakt aufzunehmen.


Schlussendlich nahmen rund 40 Guides, Späher, Caravelles, Explorer und Ranger am gesamten JOTA-Wochenende teil, davon waren fünf Guides und Späher und ihre Leiterin, Marisa, Gäste aus der Gruppe Wilhelmsburg. Die Biber sowie Wichtel und Wölflinge waren im Rahmen ihrer Heimstunde mit dabei.

JOTA 2011 - eine SpiderbeamIn vielen Freitagnachmittags- und Nachtstunden stellten die Amateurfunker ihre Antennen auf, wobei das Highlight - aber gleichzeitig auch die am meisten Aufbauarbeit in Anspruch nehmende Antenne - eine Spiderbeam, das ist eine portable Richtantenne für Kurzwelle, war.  
Am Samstagvormittag wurde noch fleißig gewerkt, montiert, aufgebaut und getestet, während die ersten TeilnehmerInnen eintrudelten. Bis alles fertig war, machten sich die Gäste aus Wilhelmsburg daran, einen Geocach in Langenlois zu finden und waren dabei auch sehr erfolgreich. Anschließend gab Marisa, die als Jugendliche in ihrer Gruppe durch eine gute "Morseschule" ging, Nachhilfe in Sachen Morsen und lernte sämtlichen interessierten Jugendlichen das Morsealphabet.
Die übrigen TeilnehmerInnen spielten inzwischen bzw. betätigten sich als KöchInnen und bereiteten das Mittagessen zu.

Als alle gestärkt waren, machte Roland, übrigens der jüngste lizensierte Amateurfunker Österreichs, eine interessante Einführung zum Thema Funken und dann ging es auch schon los. Während die einen darauf warteten eine Funkverbindung zu bekommen und sprechen zu dürfen, sahen die anderen mit Begeisterung Herrn Karl Hluchy, übrigens stolze 91 Jahre alt und Opa von Daniel, beim Morsen zu, der sich mit unglaublicher Geschwindigkeit auf diese Weise mit aller Welt unterhielt. Außerdem hatte Roland viel Material im Gepäck, sodass sich die TeilnehmerInnen ihre eigene Morsetaste bauen konnten die sie zur Erinnerung behalten durften.

JOTA 2011 - MorsetasteDa wir vom Pfadfinderweltverband WOSM wussten, dass auch der amerikanische Astronaut und Pfadfinder, Mike Fossum, versuchen will, direkt von der International Space Station (ISS) am JOTA teilzunehmen, waren auch wir brennend daran interessiert, live dabei zu sein und so war der Raum stets gefüllt wenn es darum ging, eine Funkverbindung mit der ISS, die 90 Minuten für eine Umrundung der Erde benötigt und pro Durchgang für ein paar Minuten am Boden gehört werden kann, herzustellen.

Bis kurz vor Mitternacht wurden Funkverbindungen aufgebaut und bis dahin waren sämtliche Ängste zu sprechen abgebaut und unterhielten sich die Kinder und Jugendlichen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.
Geschlafen wurde in unseren Matratzenlagern im Heim, wenngleich es in der Nacht etwas frisch war. Am nächsten Morgen hatten die interessierten TeilnehmerInnen wieder die Gelegenheit zu funken, schließlich waren Roland und Michael schon sehr zeitig auf den Beinen und wollten sich nicht einmal die Zeit für ein Frühstück nehmen, so sehr hat sie das JOTA eingenommen.

JOTA 2011 - Karl Hluchy beim MorsenNach einem gemeinsamen Brunch machten wir das Heim sauber und die Amateurfunker begannen ihre in stundenlanger Arbeit aufgebauten Antennen wieder umzulegen und einzupacken.

Damit ging ein wirklich sehr erfolgreiches Wochenende mit vielen Funkkontakten zu Pfadfinderstationen in aller Welt zu Ende.

Abschließend möchte ich mich beim Team rund um den Club Telescout und Amateurfunkverband Krems/Langenlois, das uns das JOTA im Pfadfinderheim Langenlois erst ermöglichte, sowie allen, die das JOTA zu dem machten was es schlussendlich war, bedanken.

Das nächste JOTA findet am 20./21. Oktober 2012 statt - wäre schön, wenn auch Langenlois wieder mit dabei wäre. Infos dazu folgen!

[Maria Engelbrecht]

 

Fotos vom JOTA gibt es in unserem Fotoalbum

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